Kontakte im Internet

Was muss ich beachten?

Manche erwachsene Personen haben entdeckt, dass das Internet viele Möglichkeiten bietet, mit Mädchen und Jungen in Kontakt zu kommen. Oft geht es ihnen darum, mit Kindern/Jugendlichen ihre sexuellen Phantasien zu befriedigen.
Der sicherste Weg, sich vor Belästigungen in Chaträumen zu schützen, wäre, das Internet nicht mehr zu benutzen. Dann wären aber auch viele schöne Erfahrungen und gemeinsamer Austausch nicht mehr möglich.
Hier erfährst Du, wie Du Gefahren minimieren und was Du tun kannst, für den Fall, dass Du trotz aller Vorsicht doch einmal belästigt werden solltest.

Sprich nicht über persönliche Daten!

Du kannst nicht einschätzen, ob Deine Gesprächspartner die Informationen für sich behalten und warum sie überhaupt daran interessiert sind. Vielleicht wollen sie Dich an Deiner Schule treffen oder Bilder auf Dein Handy schicken.

Mache auch in Formularen oder Profilen (persönliche Steckbriefe) z. B. bei Anmeldungen zu einem Chat NIEMALS Angaben, die Deine Identität preisgeben (wirklicher Name, Herkunft, Telefon- oder Handy-Nummer, Deine Schule/Freunde, ...). Dies dient Deinem Schutz und ist definitiv keine Lüge.

Denk Dir einen guten Spitznamen (nickname) aus!

Dein nick sollte reine Phantasie sein. Verrate durch Deinen nick weder Deinen Namen noch Deinen Wohnort oder Deine (e-mail-) Adresse.
Es ist sinnvoll, für Kontakte im Internet eine gesonderte e-mail-Adresse zu verwenden.

Verrate Dein Passwort nicht!

Ein Passwort ist wie ein Haustürschlüssel oder ein PIN-Code Deines Handys. Wer Dein Passwort kennt, hat Zugang zu Deinen persönlichen Informationen. Dein Passwort solltest Du NIEMALS weitersagen – auch nicht Deinen Freunden oder Verwandten.

Glaube nicht alles, was Dir jemand über sich erzählt, und erzähle selbst nicht alles!

Verhalte Dich freundlich, aber bleibe misstrauisch, denn Du kannst niemals sicher sein, ob Dein Chatpartner die Wahrheit sagt und was er/sie mit Deinen Informationen macht. Im harmlosen Fall kennt Dich die Person vielleicht und es könnte ganz schön peinlich werden, wenn Du zu viel erzählt hast.

Verschicke keine Fotos von Dir und lass Dir auch keine schicken (auch keine Töne oder Filme)!

Du kannst nie wirklich wissen, ob die Person auf dem Foto/Video auch die ist, mit der Du gerade chattest.
Oft sind die verschickten Töne etc. pornographisch.
Verschicke keine Bilder an Leute, die Du nicht persönlich kennst und einschätzen kannst. Stelle auch keine ins Internet, v. a. keine Bilder in Badesachen oder wenig Kleidung.
Du weißt nie, was andere mit Deinen Bildern machen. Sie könnten leicht verbreitet oder mit Bildbearbeitungsprogrammen verändert werden. Darüber hast Du keinerlei Kontrolle mehr. 

Triff Dich niemals alleine mit einer Internetbekanntschaft!

Du kannst nicht sicher wissen, wer Deine Bekanntschaft ist und was sie tatsächlich von Dir will.
Am besten nimmst Du zu einem Treffen Deine Eltern oder eine andere Vertrauensperson mit.
Trefft Euch unbedingt an einem öffentlichen Ort, an dem andere Menschen sind, und bleibt auch dort. Trefft Euch niemals zu Hause.
Lass Dir vor einem Treffen am besten die Festnetznummer Deiner Bekanntschaft geben und gib die Nummer jemandem weiter, dem Du vertrauen kannst.

Mache nichts mit, was Dir komisch oder verdächtig vorkommt oder was Du nicht willst!

Lass Dir nichts einreden oder Dich beeindrucken, wenn jemand z. B. sagt: “Das findest Du bestimmt auch toll.“ Oder „Das macht doch jeder, da spricht nur niemand drüber.“ Oder „Unser Altersunterschied spielt doch gar keine Rolle. Wichtig ist doch nur, wie gut wir uns verstehen.“ Oder „Ich mache bestimmt nichts, was Du nicht möchtest.“ Oder „Wenn ich Dir erzähle, woran ich gerade denke, gehst Du bestimmt aus dem Chat.“.

Wann Du vorsichtig sein solltest

Du kannst Dich schützen, indem Du wachsam bist:

  • wenn sich jemand erkundigt, ob Du allein vor dem PC sitzt.
  • wenn jemand unbedingt Deinen Namen, Deine Adresse, Schule, Telefon- oder Handy-Nummer wissen will.
  • wenn jemand intime Fragen stellt und sich erkundigt, welche sexuellen Erfahrungen Du schon hast.
  • wenn Dich jemand überreden möchte, sich unbedingt mit Dir zu treffen.
  • wenn Dir jemand Angst macht oder Dich bedroht.
  • wenn jemand nicht will, dass Du mit anderen über den Internetkontakt sprichst.
  • wenn Du gefragt wirst, ob Du Lust auf Privat-Chat/Cyber-Sex (CS)/Telefonsex (TS) auf MSN oder ICQ hast.

Wie Du Dich schützt:

Im Internet gibt es bestimmte Regeln des Umgehens miteinander („Chatiquette“). Sie sollten von den Chattern eingehalten werden, auch wenn es keine geschriebenen Gesetze gibt. Die gesetzlichen Grundlagen des Straf-, Jugend- und Medienrechtes gelten auch im Internet. Z. B. darf Dich niemand beleidigen oder belästigen. Ebenso ist das Übermitteln von pornographischen oder rechtsextremen Inhalten verboten.

Um das Risiko einer Belästigung zu minimieren:

  • Sei wachsam und gehe auf „Nummer sicher“, wenn Du Dich im Internet aufhältst.
  • Schau Dir den Chat genau an, bevor Du Dich dort mit jemandem unterhältst.
  • Verlasse den Chat sofort, sobald Dir etwas komisch vorkommt.

Was Du tun kannst:

Grundregeln, wenn Du Dich bedrängt oder gar verfolgt fühlst:

  • Sage Deinem/Deiner Gesprächspartner/in deutlich, dass er/sie damit aufhören soll.
  • Beende das Gespräch und antworte dieser Person nicht mehr.
  • Sprich mit einem Freund/einer Freundin/Deinen Eltern/einer Lehrerin oder einer anderen Person Deines Vertrauens über Deine Erlebnisse und Gefühle.
  • Bitte den Moderator um Hilfe oder drücke den Hilfe-Button. Viele Chats werden von Operatoren/innen betreut. Diese haben die Möglichkeit, Chatbesucher/innen, die sich nicht an die Regeln halten, aus dem Chat zu weisen.
  • Falls Du bedroht oder verfolgt wirst oder unerwünschte oder verbotene Fotos bekommst, wende Dich mit Hilfe Deiner Eltern an die Polizei. Dazu müssen die e-mails, Bilder und Nachrichten, die Du bekommen kannst, digital gespeichert werden.
  • Wurdest Du belästigt oder bedrängt, musst Du wissen, unter welchem Nickname der Störer online war und wann er gechattet hat. Chat-Server registrieren die Rechner-Adresse (IP) und speichern sie. So haben die Chat-Betreiber die Möglichkeit, Personen, die besonders unangenehm auffallen oder sich strafbar machen, zur Verantwortung zu ziehen.

Wohin Du Dich wenden kannst:

Verdächtige Seiten und Belästigungen kannst Du melden. Wende Dich dazu am besten an Deine Eltern oder andere Vertrauenspersonen.

Es gibt Einrichtungen, die sich darum kümmern, dass Seiten abgeschaltet werden:

  • www.jugendschutz.net (Zentralstelle der Länder für Jugendschutz in Mediendiensten)
  • www.fsm.de (freiwillige Selbstkontrolle der Multimedia Dienstanbieter).

Infos zum sicheren Chatten findest Du auch auf:

  • www.watchyourweb.de
  • www.chatten-ohne-risiko.de