Prävention

Sexualisierte Gewalt hat Folgen für die Betroffenen. Deshalb möchten wir neben der Unterstützung für betroffene Menschen auch präventiv wirken, damit es in Zukunft weniger Übergriffe gibt. Wir bieten Präventionsveranstaltungen für Kinder/Jugendliche, Eltern und Fachkräfte an. 

Über Veranstaltungen in der Schule möchten wir Kinder und Jugendliche erreichen und sie ermutigen, über eigene Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken. So lernen sich die Jugendlichen besser kennen, bemerken, was ihnen angenehm oder eher unangenehm ist. Wir möchten vermitteln, dass Kinder und Jugendliche ein Recht auf eigene Gefühle und Grenzen haben und was Grenzverletzungen sein können. Das Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Festigung der eigenen Identität und die Absicht, so Beziehung, Abgrenzung und Selbstbehauptung zu ermöglichen. Meist bieten wir dies im schulischen Bereich im Rahmen von Projektwochen oder Aktionstagen an. 

Eine sinnvolle Präventionsarbeit darf sich nicht auf die direkte Arbeit mit Heranwachsenden beschränken. 

Die Verantwortung für den Schutz von Mädchen und Jungen tragen die Erwachsenen. 

Informationsveranstaltungen, Elternabende und Fortbildungen können dazu beitragen, die Bevölkerung im allgemeinen und besonders Menschen, die privat oder beruflich viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren. Eltern, Lehrer und andere Erwachsene können viel dazu beitragen, Mädchen und Jungen vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Wir verstehen präventives Handeln als Alltagshandeln. Durch ihre grundlegende Erziehungshaltung sind besonders Eltern und Lehrer Modell für Kinder, denn sie prägen den Standard des Kindes. Sie können Kinder und Jugendliche darin unterstützen, ein gesundes Selbstwert- und Körpergefühl zu entwickeln, sich im Leben „zurechtzufinden“, sich zu behaupten und sich bei Übergriffen abzugrenzen. Wichtig an Kinder weiterzugeben ist, dass es erlaubt und sinnvoll ist, bereits bei „kleinen (sexualisierten) Übergriffen“ oder scheinbar unwichtigen Angelegenheiten individuelle Grenzen und sich zur Wehr zu setzen, und sei es beim ungewollten Küsschen der Tante. 

Mit Personen, die beruflich mit Betroffenen arbeiten, können wir im Einzelfall im Rahmen einer Fachberatung oder eines moderierten Gespräches im Kollegium gemeinsam Handlungsmöglichkeiten und Grenzen bei Verdachtsfällen erarbeiten. 

Mädchen und Jungen sind auf das Engagement vieler angewiesen. Daher möchten wir Sie einladen, sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten gegen sexualisierte Gewalt stark zu machen. Bei Interesse an einer Veranstaltung laden wir Sie ein, sich telefonisch, per e-mail oder persönlich an uns zu wenden. Die einzelnen Angebote lassen sich zeitlich wie auch inhaltlich meist auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen abstimmen.